Die im Auszug des ADMAS-Registers aufgeführten Widerhandlungen gegen das  Strassenverkehrsrecht dürfen bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, selbst wenn die  entsprechenden Verurteilungen aus dem Strafregister nicht mehr ersichtlich sind

(Art. 63  StGB)


    1.    Der Berufungskläger macht geltend, die Vorinstanz habe Art. 63 StGB  verletzt, weil sie länger zurückliegende Vorstrafen, welche nur in Form von Auszügen aus dem  ADMAS-Register vorlägen, bei der Strafzumessung strafschärfend berücksichtigt habe.

    2.    In der Tat kann bei den Einträgen im ADMAS-Register, dem Verzeichnis für  Einträge wegen Administrativmassnahmen im Strassenverkehr, nicht von einer Vorstrafe im  eigentlichen Sinn gesprochen werden. Indessen besteht bei der Strafzumessung kein  Verwertungsverbot für solche Einträge, nachdem das Vorleben eines Verurteilten eine zentrale  Rolle in der Würdigung der Strafzumessungskriterien spielt. Dies gilt auch für lange  zurückliegende Vorstrafen; auch wenn einzelne Verfehlungen im Strassenverkehr inzwischen im  Strafregister gelöscht sind, können sie nach wie vor dem Strafrichter zur Kenntnis gebracht  werden, welcher sie dann durchaus für die Würdigung des Charakters und des Vorlebens des  Verurteilten in Betracht ziehen kann, auch mit Blick auf die Wahl der Sanktionsart und die  Dauer einer Freiheitsstrafe sowie für die Frage der Anordnung von Massnahmen. So kann die  mehrmalige Begehung und Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand durchaus Grund  für die Erstellung eines Gutachtens bieten, namentlich dann, wenn beim Verurteilten der  Verdacht auf eine Alkoholproblematik besteht. Schliesslich kann das Wissen um frühere  einschlägige Verstösse auch als Anlass für die Erteilung allfälliger Weisungen dienen. Die  Berücksichtigung des Auszugs aus dem ADMAS-Register ist bei der Strafzumessung daher  statthaft.

Obergericht, 25. Oktober 2000, SBR.1999.47